Sollte man Pickel ausdrücken oder nicht? Diese Frage beschäftigt viele, die unter unreiner Haut leiden. Ob mitten auf der Stirn, an der Nase oder direkt am Kinn – der Drang, den Pickel loszuwerden, ist groß. Doch Vorsicht: Falsches Ausdrücken kann Entzündungen, Narben oder sogar Infektionen verursachen.
In diesem Beitrag erfährst du:
Wie Pickel überhaupt entstehen
Wann du Pickel ausdrücken darfst
Welche Hygiene-Regeln du unbedingt beachten musst
Warum du bei entzündeten Pickeln besser die Finger weglässt
Wie entsteht ein Pickel?
young woman squeeze her acne in front of the mirror
© vladimirfloyd
Ein Pickel entsteht, wenn Talgdrüsen verstopfen. Normalerweise gelangt der produzierte Talg (Hautfett) an die Oberfläche und schützt die Haut. Ist die Pore verstopft, sammelt sich Talg in der Haut. Kommen dann Bakterien dazu, entsteht eine Entzündung – der klassische Eiterpickel.
Die häufigsten Auslöser für verstopfte Poren:
Überproduktion von Talg
Abgestorbene Hautzellen
Hormonelle Veränderungen (Pubertät, Zyklus, Stress)
Falsche Kosmetikprodukte
Schmutz oder Make-up-Rückstände
Pickel ausdrücken – ja oder nein?
Grundsätzlich gilt:
Je entzündeter oder tiefer der Pickel liegt, desto eher solltest du NICHT ausdrücken!
Das unsachgemäße Ausdrücken kann:
Bakterien tiefer in die Haut drücken
Entzündungen verschlimmern
Narben oder Pigmentflecken verursachen
Im schlimmsten Fall zu Abszessen oder Blutvergiftungen führen
Wann darf man einen Pickel ausdrücken?
✅ Wenn ein sichtbarer Eiterkopf (weiße Spitze) zu sehen ist
✅ Wenn der Pickel nahe der Oberfläche liegt und NICHT entzündet ist
✅ Wenn die Haut gut vorbereitet und gereinigt wurde
🚫 Finger weg bei:
Unterirdischen Pickeln
Stark geröteten oder schmerzhaften Pickeln
Pickeln im Nasen-Dreieck („Gefahrenzone Gesicht“)
Akne oder häufig wiederkehrenden Entzündungen
So drückst du einen Pickel richtig aus – Schritt für Schritt
Wenn du dich doch dafür entscheidest, solltest du extrem sauber arbeiten:
🔹 Schritt 1: Haut vorbereiten
Reinige dein Gesicht mit warmem Wasser und einem milden Reinigungsgel
Alternativ: Gesichtsdampfbad mit Kamille – öffnet die Poren und macht die Haut weich
🔹 Schritt 2: Werkzeuge & Hände desinfizieren
Wasche deine Hände gründlich
Desinfiziere Pinzette, Nadel oder Komedonenquetscher mit Alkohol
Verwende bei Bedarf sterile Kosmetiktücher für mehr Hygiene
🔹 Schritt 3: Pickel öffnen (nur bei weißem Eiterkopf!)
Übe mit sauberen Fingern oder einem sauberen Wattestäbchen seitlichen Druck aus
Kein Quetschen mit den Fingernägeln!
Stoppe, sobald Eiter und/oder Blut ausgetreten sind
🔹 Schritt 4: Nachbehandlung
Wunde mit Alkohol oder einem antibakteriellen Toner desinfizieren
Optional: Zinksalbe oder Teebaumöl zur Heilung auftragen
Wunde ggf. mit einem Pflaster abdecken
Wann lieber zum Hautarzt?
Wenn Pickel regelmäßig auftreten, sich entzünden oder unter der Haut liegen, solltest du einen Dermatologen aufsuchen. Das gilt besonders bei:
Akne vulgaris oder Spätakne
Entzündeten, schmerzhaften Knoten
Häufigen Pickeln im Gesicht trotz Pflege
Narbenbildung oder Pigmentstörungen
Ein Hautarzt kann z. B. professionelle Ausreinigungen, medizinische Peelings oder verschreibungspflichtige Cremes empfehlen.
Tipps zur Vorbeugung: So entstehen Pickel erst gar nicht
🧼 Regelmäßige Reinigung: morgens und abends – sanft, aber gründlich
🧴 Nicht-komedogene Pflegeprodukte: keine Mineralöle oder Silikone
🚰 Ausreichend trinken: mindestens 2 Liter täglich
🍎 Gesunde Ernährung: wenig Zucker, viel Gemüse, Zink & Omega-3
🤲 Hände aus dem Gesicht!
🧖♀️ 1× pro Woche ein Peeling oder eine Maske anwenden
Fazit: Pickel ausdrücken – nur mit Vorsicht!
Ob du einen Pickel ausdrücken solltest oder nicht, hängt von seiner Art, Größe und dem Entzündungsgrad ab. Im Zweifel lieber abwarten oder professionelle Hilfe suchen. Wenn du dich fürs Ausdrücken entscheidest, achte auf Hygiene, sanfte Technik und richtige Nachbehandlung – so minimierst du das Risiko für Entzündungen oder Narben.
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